19. September 2019, 09:00 - 16:30 Uhr
Eurogress Aachen

Orientierung für die Zukunft der Chemie als wissenschaftliche Disziplin und Industriezweig erfordert ein Denken und Handeln, das weit über die reine Vermehrung von Wissen und Gewinn hinausgeht. Nur wenn es gelingt, den Erkenntnisfortschritt mit der Reflexion über das eigene Handeln zu verknüpfen, wird die Chemie ein wichtiger und verantwortungsbewusster Partner bei der Lösung globaler Probleme und bei der Gestaltung der Zukunft sein können. Die Gesellschaft Deutscher Chemiker will hierzu einen Beitrag leisten und lädt nach der erfolgreichen Premiere im Berliner Spreespeicher 2017 zum zweiten eintägigen Symposium „Experiment Zukunft – Wertedenken in der Chemie“ für den 19. September, unmittelbar im Anschluss an das Wissenschaftsforum Chemie, nach Aachen ein. Unser Leitmotiv heißt dieses Mal „Wissen und Nichtwissen“. Einerseits  wird „Wissen“ zwar oft als wichtigste Ressource des 21. Jahrhunderts apostrophiert, andererseits spielt es in der öffentlichen Meinungsbildung oft gar nicht die entscheidende Rolle. Eine derartige Haltung kann ganze Gesellschaften in eine prekäre Rolle und die Zukunft in schwieriges Fahrwasser bringen. Welche Werte in diesem Spanungsfeld entscheidend sind und welche Verantwortung die Chemie dabei trägt, diskutieren wir anhand der vier Schwerpunkte ●Transformation , ● Kreativität, ● Organisation und ● Kompetenz. Hochrangige Persönlichkeiten aus Forschung, Wirtschaft, Wissenschaftskommunikation und Publizistik setzen sich dazu gemeinsam mit den 200 TeilnehmerInnen mit folgenden Fragen auseinander: 

  • Transformation: Wie wird Wissen vermittelt?
  • Kreativität: Wie entsteht neues Wissen?
  • Organisation: Welche Kultur lässt Wissen gedeihen?
  • Kompetenz: Wie leitet Wissen zu Urteilen und Entscheidungen?

Transformation

- Beatrice Lugger, Wissenschaftliche Direktorin/Geschäftsführerin, Nationales Institut für Wissenschaftskommunikation, Karlsruhe
- Eva Wille, Vice President and Executive Director Chemistry, Wiley-VCH, Weinheim
- Thisbe K. Lindhorst, Otto-Diels-Institut für Organische Chemie, Universität Kiel

Wie funktioniert die Vermittlung von Wissen, wie erhebt die Wissenschaft heutzutage am besten ihre Stimme, um zu zeigen, dass der Prozess des Forschens und Erkennens ein Teil der Gesellschaft ist. Welche Rolle spielen die alten und die neuen Medien, wenn es darum geht, die Gesellschaft nicht zu verlieren?

Kreativität

- Katharina Al-Shamery, Institut für Chemie, Universität Oldenburg
- Georg Franck, Institut für Architekturwissenschaften, TU Wien

Kann in einem von Zeit- und Finanzierungsdruck sowie von hohen gesellschaftlichen Erwartungen geprägten Umfeld das Verlassen ausgetretener Forschungspfade überhaupt noch gelingen? Welche persönlichen und gesellschaftlichen Faktoren sind nötig, damit das „Versprechen des Neuen“ noch eingelöst werden kann? Wie kreativ ist die Chemie im 21. Jahrhundert?

Organisation

- Martin Quack, Laboratorium für Physikalische Chemie, ETH Zürich
- Johannes F. Teichert, Institut für Chemie, TU Berlin

Welche Hochschullandschaft sichert zukünftig Werte wie gute wissenschaftliche Praxis, herausragende Forschungsleistungen und individuelle Entfaltung? Welche Kultur lässt Wissen gedeihen und wie bewerten wir den Erfolg unserer Bemühungen? Braucht die nächste Generation mehr Platz für die Gestaltung eigener Organisationsformen?

Kompetenz

- Wolfram Carius, Leiter Pharma Product Supply, Bayer AG, Berlin
- Volker Stollorz, Geschäftsführer, Science Media Center Germany, Köln

Kompetenz ist nötig, um basierend auf verfügbarem Wissen zum Bespiel in einem großen Unternehmen zu fundierten Urteilen und Entscheidungen zu kommen. Aber was ist eigentlich Kompetenz und wie wird sie in der Gesellschaft wahrgenommen? Wer erklärt vorhandenes Wissen an der Schnittstelle gegenseitiger Interessen und welche Rolle spielt dabei die Wissenschaft, insbesondere die Chemie? 

Durch den Tag führt Ines Arland, Journalistin und Moderatorin. Beim Fernsehsender Phoenix präsentiert sie u. a. die Sendungen "phoenix vor Ort" und "phoenix plus". Außerdem berichtet Sie aus Brüssel und Straßburg über europapolitische Themen.


Ines Arland (Copyright: Annika Fußwinkel, WDR)


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Weitere Informationen unter www.gdch.de/experimentzukunft